
Letzten Samstag hatten wir dank unseres Premium-Bändchens die Ehre auf die Diesel Party im Goya gehen zu dürfen. Das sollte eins der Highlights der Fashion Week werden und wir hatten uns schon richtig drauf gefreut. Die Wahl der Location hat mich zunächst etwas stutzig gemacht, denn als ich vor 2 Jahren das letzte Mal dort war, hatte das frisch renovierte ehemalige Metropol Theater für mich eher den Charme eines bemühten Schickimicki-Schuppens als eines wirklich coolen Clubs. Aber ich dachte hey, die brauchten einfach was Großes. Als wir dann in der Schlange standen, hat es mich dann erneut gewundert, als plötzlich mehr Leute aus dem Club rausstürmten, als reingingen. Doch drinnen war es dann überraschend voll. Wir kamen gerade rechtzeitig um noch die letzten Minuten einer verrückten Band mitzuerleben, deren Kostüme Latex, Dirndl und Sneakers vereinten und deren Musik uns stark an die Basement Jaxx erinnerte, was eine gute Sache ist.
Das Publikum würde ich beschreiben als… gemischt. Es war jedoch nicht das, was ich auf einer Fashion Week Party erwartet hätte, besonders nicht auf einer von Diesel. Die Musik, die nach der Band aufgelegt wurde, schien sich an Leute zu richten, die seit etwa 100 Jahren nicht auf einer Party waren. Und in etwa so war auch die Stimmung. Die Leute feierten und tanzten zu etwas, was man neutral ausgedrückt als Partyklassiker bezeichnen könnte, vermengt mit etwa jedem Lied der neuen Roisin Murphy Platte, was in etwa die einzige Zeit war, zu der wir uns auf der Tanzfläche bewegt haben. Kein Wunder also, dass schon gegen 2 Uhr der kostenlose Vodka alle war, was in einer normalen Berliner Clubsituation etwa die Uhrzeit gewesen wäre, an dem man gerade mal die Jacke an der Garderobe abgegeben hätte.

Nach einer Weile zogen wir uns dann ernüchtert in die zweite Etage zurück, von deren Balkon aus wir das absurde Partygeschehen weiter beobachteten. Dort oben fiel uns dann auf, dass die einzige Verbindung zwischen dieser Party und Diesel eine Projektion an der Decke zu sein schien. Die echten Fashionistas der Berliner Modewoche schienen auf eine andere Party gegangen zu sein, ohne uns mitgeteilt zu haben, wo diese ist. Nächste Saison sind wir jedenfalls auf der Villa Noir Party, das steht fest. Prost!